Elektronische Musik erfreute sich in den letzten Jahren an immer größerer Beliebtheit. Nicht zuletzt durch House-DJs wie Paul Kalkbrenner, die sich nach jahrelanger Karriere in Underground- Clubs dazu entschieden haben in den kommerziellen Bereich zu wechseln. Ob man das gut findet, bleibt jedem selbst überlassen. Unserer Meinung nach sagen die meisten DJs, die man im Fernsehen oder Radio hört, nicht viel über die „echte“ elektronische Musik aus.
Was jedoch auch, so denken wir zumindest, der eingefleischte größte Fan nicht überblicken kann, sind die vielen verschiedenen Unterarten, die das Genre „elektronische Musik“ beherbergt. Dabei gibt es natürlich mehr oder minder sinnvolle, so wie es eigentlich bei jeder Musikart der Fall ist. Wir stellen ein paar kurz vor:

House
Dieses Genre sollte wohl den meisten am bekanntesten sein. Diese Stilrichtung entstand in den 1980er Jahren in den USA und ist durch einen Rhythmus im 4/4 Takt im Tempo von etwa 120 bis 130 Beats pro Minute (bpm) gekennzeichnet. Dabei wechseln sich tiefe und hohe Beats mit schlagzeugähnlichen Tönen namens Hi-Hats ab. Die Stilrichtung House ist einer der erfolgreichsten Stile der elektronischen Tanzmusik und unter anderem gehören diesem Genre diese DJs an:

Boris Dlugosch
Paul Kalkbrenner
Steve Bug
Karotte
DJ Tocadisco
Phil Fuldner
Tom Novy

Minimal
Die Stilrichtung Minimal bildete sich aus dem Genre House und zeichnet sich, wie der Name schon sagt, durch minimale Klangerzeugnisse aus. Diese Art der elektronischen Musik glänzt durch langsame Tempi und verwendet wenige Elemente, die allerdings effektvoll eingesetzt werden. So gibt es hier nur 90 bis 130 bpm, sodass diese Musik sich zwar ebenso zum Tanzen eignet, aber ebenso gut auch Zuhause beim Relaxen. Unter anderem gehören diesem Genre diese Djs an:

Wighnomy Brothers
Markus Nikolai
Anja Schneider
Andre Galluzzi
Richie Hawtin

Goa
Goa ist meiner Meinung nach eine sehr spezielle Stilrichtung, die weniger massenkompatibel als ihre „Artgenossen“ ist. Dafür vielleicht umso umstrittener. Oft wird Goa auch als Psytrance bezeichnet und kommt daher auch eigentlich aus dem Genre Trance (welches wir selbstverständlich auch noch vorstellen werden). Auch hier findet sich ein 4/4 Takt wieder, die Beats pro Minute sind jedoch deutlich höher. Sie erreichen 160 bpm und mehr. Die Kicks sind deutlich energischer und auch synthetische Geräusche sind oft vertreten. Vocals gibt es hier, im Gegensatz zur Stilrichtung House, kaum bis selten. Zu den DJs gehören hier unter anderem:

D-Noiser
Shamane
PsyOnEar
Auricula
Salex
Akira Indika

Deep House
Auch Deep House ist unschwer zu erkennen eine Unterkategorie des Genres House. Deep House ist dabei sehr melodisch und langsam, die Beats pro Minute liegen ungefähr bei 100 – 127 und auch hier dominiert der 4/4 Takt. Dieses Genre zeichnet sich durch hypnotisierende Grooves und insbesondere durch die tiefen Beats aus, weswegen es auch Deep House genannt wird. Auch dieser Musikstil wird oft in Diskotheken und auf Elektro-Festivals gespielt. Bekannte DJs sind unter anderem:

Loco Dice
Booka Shade
Trentemoeller
Masters at Work
Deep Dish
Roger Sanchez

Trance
Dieses Genre entstand in den 1990 Jahren und spaltete sich vom etwas härteren Genre Rave ab. Bei einem Tempo von 125- 145 bpm gehört die Musikrichtung Trance schon zur schnelleren Sorte, zu der man aber immer noch hervorragend tanzen kann. Grundrhythmus ist hier wieder der 4/4 Takt, in der Regel wird jedes Viertel wird eine Bassdrum betont. Ergänzend dazu findet man Hi-Hats und Handclaps. Früher wurden die Töne immer in der selben Reihenfolge gespielt, sodass der Hörer sozusagen in „Trance“ gefallen ist. Heute sind die DJs ein wenig einfallsreicher:

Jam & Spoon
Scooter
Paul van Dyk
Chicane
Age of Love
Robert Miles

Techno
Techno wird oft als Sammelbegriff für viele verschiedene Richtungen der elektronischen Musik verstanden. Das liegt daran, dass es sehr viele verschiedene Unterarten gibt, die allesamt unterschiedliche Merkmale haben. Fakt ist, dass ungefähr 125-140 bpm erreicht werden und die Melodie bzw. Harmonie stark variiert. Techno wird seit den 80er Jahren oft in Clubs und Diskotheken gespielt und wurde in dieser Zeit auch experimentell stark verändert. Unter anderem legen diese DJs Techno-Musik auf:

Modeselektor
Alexander Kowalski
Sven Väth
Steve Bug
Kraftwerk
Tiesto

Jungle
Auch diese Musikrichtung gehört zur elektronischen Musik und hat ihre Wurzeln in Jamaika. Auszeichnend sind beim Jungle die schnell gebrochenen Rhythmen, auch Breakbeats genannt. Als Ausgleich dazu findet der Musikjunkie eine halb so schnelle Bassline. Oft wird Jungle auch mit Drum´n´Bass verglichen, obwohl es bei diesen kleine aber feine Unterschiede gibt. Jungle ist jedoch wesentlich weniger massenkompatibel, was sicherlich daran liegt, dass man kaum dazu tanzen kann. Diese DJs gehören unter anderem dem Genre an:

Renegade
DJ Zinc
Marvellous Cain
Shy FX
Deep Blue
The Dream Team

Hardcore
Eigentlich heißt es Hardcore Techno, worauf man ableiten kann, dass es sich aus dem Musikstil Techno herauskristallisiert hat. Hardcore –im wahrsten Sinne des Wortes – bewegt sich ungefähr bei 160 bpm und mehr, sodass nur noch einige Hartgesottene dazu tanzen können. Wie das allerdings aussehen soll, ist fraglich. Charakteristisch ist eine „harte“ Bassdrum, Samples oder Stimmen sind oft verzerrt und Rhythmus ist wenig komplex. Alles in allem Geschmackssache, wie immer. Zu den erfolgreichen Künstlern auf diesem Gebiet gehören:

DJ Buzz Fuzz
3 Steps Ahead
Neophyte
The Stunned Guys
DJ Waxweazle
Endymion

Rave
Der Begriff „Rave“ ist ursprünglich kein Musikgenre, sondern ein Begriff für die Tanz-Veranstaltungen der feierwütigen Elektrofans der 80er Jahre. Auch heute hört man den Begriff in diesem Zusammenhang häufig, zweitrangig bezeichnet er jedoch ebenfalls ein Genre im Bereich der elektronischen Musik. Rave gilt als ein besonders schneller Technostil. Heute gibt es ihn allerdings kaum noch als eigenständige Art, sondern vermischt sich oft mit Trance, was dann als Neotrance bezeichnet wird. Diese DJs präferieren Rave und Neotrance:

Nathan Fake
Extrawelt
Pryda
Umek vs. Beltek
Marusha
Dune

Jumpstyle
Seitdem die Band Scooter den Jumpstyle als Tanz und Musikstil in den kommerziellen Bereich trug, dürfte der Begriff wohl jedem geläufig sein. Dabei erinnert man sich meist an Menschen in einer großen Gruppe, die synchron die Beine vor und zurück schwingen. Ob man dazu wirklich so tanzen sollte, bleibt fraglich. Auch, ob man die Musik überhaupt hören sollte. Aber wie immer können wir nur sagen: Geschmackssache. Geläufig sind 140 – 160 Beats pro Minute, die Melodie ist dabei minimal gestaltet, wenn sie überhaupt existiert. Diese DJs und Bands sind im Genre Jumpstyle vertreten:

Scooter
Chicago Jaxx
DJ Coone
DJ Mystery
DJ Massiv vs. The Rebel
Vorwerk

Downtempo
Downtempo ist keine Tanzmusik, sondern dient lediglich zum akustischen Genießen. Denn wie der Name schon sagt, findet der Hörer hier langsame Tempi vor, ebenso wie Synthesizer- Klangflächen. Downtempo teilt sich wiederum in verschiedene Genres, unter anderem Trip Hop und Dub, auf. Diese DJs sind im Bereich Downtempo unterwegs:

Bjork
Olive
Sneaker Pimps
Röyksopp
Beth Orton
Mandalay

Drum´n´Bass
Diese Richtung entstand Anfang der 90er Jahre in England und basiert auf Breakbeats mit einer Geschwindigkeit von etwa 160 bis 190 bpm. Drum´n´Bass zeichnet sich durch minimalistische Beats aus. Diese DJs sind dem Genre Drum´n´Bass zugehörig:

Photek
Grooverider
DJ Krust
Decoder & Substance
Goldie
Chemestrie & Storm

Hip Hop
HipHop hat seine Wurzeln in der schwarzen Funk und Soul-Musik. Der Rap (Sprechgesang), der aus der jamaikanischen Tradition des Toasting entstand, das Samplen und das Scratchen sind weitere Merkmale dieser aus den schwarzen Ghettos der USA stammenden Musik.
Hip-Hop bezeichnet nicht ausschließlich eine Musikrichtung, sondern auch eine ganze Jugendkultur aus den Elementen Rap, Djing, Breakdance und Graffiti. Diese Künstler sind dem Hip Hop zugehörig:

Grandmaster Flash
Sugarhill Gang
Kurtis Blow
Wu-Tang Clan
Absolute Beginner
50 Cent

Dubstep
Dubstep ist meist minimalistisch und zeichnet sich durch eine große Betonung des Bass im Klangbild aus. Dieses Gengre ist größtenteils in South London entstanden um das Jahr 2001, wobei es keine Einigkeit darüber gibt, welche die erste Dubstep-Platte war. Der Dj El-B wird in mehreren Quellen als erster Dubstep-Produzent aufgeführt. Der Begriff Dubstep stammt aus dem Club Forward, der einen passenden Begriff für das neu entstandene Musikgenre gesucht hatte. Djs:

Skream
Mala
El-B
Hatcha
Kryptic Minds